24.12. – Bischöfin Cornelia Richter

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Fröhlich bleiben in ernsten Zeiten – was Kirche heute leisten kann

Im Podcast spricht Sascha Ladurner mit Bischöfin Cornelia Richter von der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich. In der letzten Folge des Podcast-Adventkalenders geht es um Führung, Resilienz, Fröhlichkeit und die Frage, welche Rolle Kirche in einer von Krisen geprägten Gesellschaft spielen kann.

Die gesamte Folge können Sie gleich hier anhören:

Von der Professorin zur Bischöfin

Sascha Ladurner zeichnet im Gespräch den Weg von Cornelia Richter nach: aufgewachsen im Salzkammergut, akademische Laufbahn in Wien, Deutschland und Dänemark, Professur für Systematische Theologie in Bonn, Dekanin, Senatsvorsitzende – und schließlich die überraschende Wahl zur Bischöfin in Österreich.

Was sie auszeichnet, ist die Verbindung von theologischer Tiefe und Führungserfahrung in großen Organisationen. Als Bischöfin versteht sie ihr Amt dreifach: geistlich, kommunikativ und repräsentativ. Sie feiert Gottesdienste, begleitet Pfarrgemeinden, führt Gespräche mit Kritikern und ist zugleich öffentliches Gesicht der Kirche.

Trotz der kurzen Eingewöhnungszeit beschreibt sie den Start als erstaunlich reibungslos – auch dank einer gut organisierten Kirche und eines professionellen Vorgängers.

H2: Was eine Kirche fröhlich macht

Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist Cornelia Richters Beschreibung der evangelischen Kirche als freundliche, fröhliche und zusammenhaltende Gemeinschaft. Sascha Ladurner hakt nach: Wie entsteht Fröhlichkeit in einer Institution, die mit großen organisatorischen und gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert ist?

Richter betont, dass Fröhlichkeit nichts mit Naivität zu tun habe. Kirche arbeite an denselben wirtschaftlichen, rechtlichen und personellen Problemen wie andere Organisationen. Der Unterschied liege in der Perspektive: im bewussten Innehalten, im Dankbarsein für das Gelungene und im achtsamen Umgang miteinander.

Snapshot von Bischöfin Cornelia Richter im Gespräch mit Sascha Ladurner

Das Evangelium ist eine frohe Botschaft – und es lehrt uns, das Gelungene wahrzunehmen, auch mitten in den Problemen.“

Diese Haltung, so Richter, wirke sich ganz konkret aus: Man höre einander zu, frage nach, gehe mit einem Lächeln auf Menschen zu und verliere sich nicht ausschließlich in Leistungskennzahlen oder Dauerstress.

Führung, Personal und Verantwortung

Mit Blick auf ihre zwölfjährige Amtszeit spricht Cornelia Richter offen über eines der größten Themen: Personalmangel. Die Kirche spiegle den demografischen Wandel der Gesellschaft wider. Nachwuchs fehle – nicht aus Mangel an Stellen, sondern an Bewerberinnen und Bewerbern.

Für Richter ist klar: Fröhlichkeit und Resilienz hängen eng mit Personalführung zusammen. Wertschätzung, Unterstützung und echtes Interesse am Gegenüber entlasten Mitarbeitende und stärken Gemeinschaften.

Wenn Menschen spüren, dass sie gesehen und unterstützt werden, trägt das wesentlich zur Resilienz einer Organisation bei.“

Kirche teilt dabei die Sorgen der Gesellschaft: Insolvenzen, Arbeitslosigkeit, Pflegefälle oder persönliche Krisen bündeln sich oft in den Pfarrgemeinden. Führung bedeute deshalb, Strukturen zu schaffen, die Haupt- und Ehrenamtliche nicht überfordern.

Ökumene, Vorbilder und Resilienz

Sascha Ladurner spricht auch die Zusammenarbeit zwischen Konfessionen an. Cornelia Richter beschreibt eine gelebte Ökumene in vielen Bereichen – etwa in Krankenhaus-, Notfall- oder Gefängnisseelsorge. Wo Menschen Hilfe brauchen, spielen konfessionelle Grenzen oft eine untergeordnete Rolle.

Als erste Bischöfin der evangelischen Kirche A.B. in Österreich ist sich Richter ihrer Vorbildrolle bewusst. Für junge Frauen in Führungspositionen könne Sichtbarkeit Mut machen – sei es in Kirche, Wissenschaft oder Wirtschaft.

Zum Abschluss lenkt das Gespräch auf ein Thema, das Richter wissenschaftlich begleitet hat: Resilienz. Sie warnt davor, den Begriff zu verharmlosen. Resilienz werde relevant, wenn Menschen schwere Krisen erleben – Verlust, Krankheit, Katastrophen.

Gerade deshalb brauche es Institutionen, die Halt geben, Sinn anbieten und Menschen durch schwierige Zeiten begleiten.

Über Resilienz sprechen wir nicht, weil alles leicht ist, sondern weil das Leben manchmal sehr schwer wird.“

Snapshot von Bischöfin Cornelia Richter im Gespräch mit Sascha Ladurner

Das ganze Gespräch können Sie gleich hier nachhören:

Weiterführende Links zum Thema:

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Musik: Little Drummer Boy, Pentatonix

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Der Podcast wird produziert von der Agentur Quickdraw Podcasts

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