Alois & Luis Kluibenschädl

Neue Podcastfolge 24 Geschichten mit Alois Kluibenschädl und Luis Kluibenschädl ALPE Pipesystems

Unternehmensübergabe: Warum nur 10 Prozent der Familienunternehmen die dritte Generation erreichen

49 Prozent der übergabewilligen Unternehmer in Österreich haben noch keinen geeigneten Nachfolger. Nur 10 Prozent der Familienunternehmen schaffen den Sprung in die dritte Generation. Zwei Zahlen, die zeigen: Eine Betriebsnachfolge ist kein Verwaltungsakt. Sie ist eine der schwierigsten Aufgaben, die ein Unternehmen durchlaufen kann.

In dieser Folge von 24 Geschichten erzählen Alois Kluibenschädl sen. und Luis Kluibenschädl jun., wie die Übergabe der ALPE PIPE SYSTEMS wirklich abgelaufen ist – ohne Zwang, aber mit klaren Regeln. Und warum das Loslassen am Ende leichter war als erwartet.

Für uns war es immer wichtig, dass Luis keinerlei Zwang verspürt. Da muss der Wille selber da sein.“

Alois Kluibenschädl sen.

Der Sohn, der auch hätte Golf spielen können

Luis Kluibenschädl jun. war jahrelang professionell als Golfspieler unterwegs. Die Übernahme des elterlichen Unternehmens war nie selbstverständlich – weder für ihn noch für seinen Vater. Alois sen. hatte konsequent einen Plan B verfolgt: Unternehmensverkauf. Anfragen von Interessenten gab es regelmäßig, zuletzt noch kurz vor Weihnachten 2024.

Diese Option war kein Druckmittel. Sie war eine echte Absicherung – und paradoxerweise genau das, was den Übergabeprozess entspannt hat. Wer eine reale Alternative hat, klammert nicht. Und wer nicht klammert, lässt dem Nachfolger den Raum, sich frei zu entscheiden.

Luis hat sich entschieden. Nicht weil er musste – sondern weil er wollte. Der Unterschied klingt klein. Er ist es nicht.

Wie die Übergabe konkret ausgesehen hat

Beim 30-Jahr-Jubiläum der ALPE PIPE SYSTEMS im Sommer 2024 hat Alois sen. öffentlich vor Kunden und Lieferanten angekündigt, dass Luis die Geschäftsführung übernimmt. Was danach passierte, überraschte ihn: Die meisten schalteten sofort um. Wer den neuen Entscheider kennt, redet mit ihm.

Was den Prozess aber wirklich getragen hat, war der fließende Übergang davor. Luis ist nicht einfach in die Führung gesprungen – er ist reingewachsen. Zuerst im Innendienst, dann im Vertrieb, dann Schritt für Schritt in die Entscheidungsverantwortung. Bis heute sitzen Vater und Sohn gemeinsam im Büro. Nicht weil sie müssen. Weil der Wissenstransfer so am besten funktioniert – beiläufig, im Alltag, ohne großes Programm.

Snapshot der Neue Podcastfolge 24 Geschichten mit Alois Kluibenschädl und Luis Kluibenschädl ALPE Pipesystems

Verglichen werden – und trotzdem standfest bleiben

Wer in eine Position kommt, die jemand 30 Jahre lang ausgefüllt hat, wird gemessen. Von Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern. Jeder will wissen: Wie reagiert er unter Druck? Trifft er Entscheidungen? Hält er stand?

Das ist kein Angriff – das ist normal. Und es hört nicht auf. Irgendwann ändert sich nur die eigene Haltung dazu.

Man wird irrsinnig viel miteinander verglichen. Aber ab einem gewissen Punkt merkst du, dass du aufgehört hast, es als Test zu sehen. Dann ist es angekommen.“

Luis Kluibenschädl jun.

Wo es trotzdem gerieben hat

Alois und Luis machen einen homogenen Eindruck. Aber reibungslos war es nicht immer.

Der größte Konfliktpunkt war das Tempo. Die jüngere Generation will vorwärtstreiben, beschleunigen, neue Wege gehen. Erfahrung lehrt gleichzeitig, dass manche Dinge Zeit brauchen. Diesen Ausgleich zu finden, haben sie diskutiert – manchmal intensiver.

Was geholfen hat: klare Bereichsverantwortlichkeiten innerhalb der Familie. Luis verantwortet Geschäftsführung und Vertrieb. Alois sen. bringt technisches Know-how und Branchenwissen ein. Die Mutter hält als Finanzverantwortliche den wichtigen Gegenpol – gerade wenn zwei Unternehmer mal wieder aufs Gaspedal wollen.

Was beide jedem raten, der gerade vor einer Übergabe steht

Drei Dinge, die Alois und Luis aus diesem Prozess mitgenommen haben:

  • Alle einbinden – von Anfang an. Der Nachfolger muss den Prozess mitgestalten, nicht nur am Ende die Schlüssel übernehmen.
  • Loslassen bedeutet wirklich loslassen. Solange der Senior faktisch noch entscheidet, hat die Übergabe nicht stattgefunden.
  • Kommunikation ist das eigentliche Werkzeug. Konflikte entstehen nicht durch unterschiedliche Meinungen, sondern durch fehlende Gespräche.

Der Blick nach vorne

In zehn Jahren soll ALPE PIPE SYSTEMS vom Händler zum Hersteller geworden sein. Eigene, patentierte Verbindungssysteme für Stahlrohre, vollautomatisierte Produktion, Schichtbetrieb. Der Kurs ist gesetzt – und er kommt vom Junior. Die Übergabe ist kein Moment. Sie ist ein Prozess. Und bei Alois und Luis ist er noch nicht abgeschlossen – auch wenn die Unterschrift längst gemacht ist.

Website: ALPE PIPE SYSTEMS

LinkedIn: Luis Kluibenschädl jun.

Podcastlogo mit Alois und Luis Kluibenschädl von ALPE Pipe Systems

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