19.12. – Doris Nöhrer

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Lebenswerk in guten Händen – wie Doris Nöhrer Unternehmensnachfolge und Fachkräftemangel zusammendenkt

Im Podcast „24 Tage, 24 Menschen, 24 Geschichten“ spricht Showhost Stephan Blahut mit Doris Nöhrer. Die Steirerin ist seit rund 20 Jahren in Corporate Finance tätig und begleitet mit ihrer Firma Pantera vor allem mittelständische Betriebe bei Unternehmensnachfolge und Transaktionen.

Die gesamte Folgekönnen Sie gleich hier anhören:

Von der Transaktionsspezialistin zur Begleiterin von Lebenswerken

Stephan Blahut zeigt im Gespräch, dass Doris Nöhrer früh in Corporate Finance eingestiegen ist – zunächst in großen Beratungen, später im internationalen M&A-Geschäft. Mit der Zeit merkt sie, dass Standardprozesse großer Häuser für Nachfolgethemen zu grob sind: Entscheidungen laufen oft zu schnell, für Gespräche mit Eigentümerfamilien bleibt zu wenig Raum.

Mit ihrer eigenen Beratung Pantera konzentriert sie sich daher bewusst auf den Mittelstand. Sie will Eigentümerinnen und Eigentümer dann begleiten, wenn sie ihr Unternehmen übergeben – mit klaren Zahlen, aber auch mit Zeit für Emotionen und familiäre Fragen.

Beim Thema Unternehmensnachfolge geht es darum, ein Lebenswerk weiterzugeben – dafür braucht es Zeit, Empathie und ehrliche Begleitung

Geld oder Liebe? Früh planen und Notfälle absichern

In den nächsten Jahren werden zehntausende KMU in Österreich eine Nachfolge regeln müssen – mit vielen Arbeitsplätzen, die daran hängen. Wenn Unternehmer bei ihr anklopfen, stellt Doris Nöhrer gern eine direkte Frage: „Wollen Sie Geld oder Liebe?“ Gemeint ist, ob der Fokus auf einem möglichst hohen Kaufpreis liegt oder darauf, dass Familie oder Mitarbeitende das Unternehmen weiterführen.

Sie empfiehlt, spätestens ab etwa 50 Jahren aktiv zu planen: Wer könnte übernehmen, wie lange möchte man selbst noch an Bord bleiben, welches Einkommen braucht man später? Parallel dazu sollte es einen Notfallplan geben. Immer wieder erlebt sie Fälle, in denen Unfall oder Tod eines Inhabers dazu führen, dass niemand Zugriff auf Konten, Passwörter oder zentrale Informationen hat. Schon bei Gründung oder Übernahme sollte klar sein, wie das Unternehmen im Ernstfall handlungsfähig bleibt.

Wer sein Unternehmen gesund und fit hält, gibt Käuferinnen und Käufern wenig Angriffsfläche – und hat viele Argumente für einen guten Preis.“

Unternehmensfitness statt kurzfristigem „Aufhübschen“

Stephan Blahut spricht auch den Wunsch an, vor einem Verkauf die „Braut aufzuhübschen“. Doris Nöhrer setzt dem den Begriff Unternehmensfitness entgegen: wichtig sind für sie saubere, nachvollziehbare Zahlen, klare Strukturen, motivierte Schlüsselkräfte und laufende Investitionen in Geschäftsmodell und Digitalisierung.

Rund um den Pensionszeitpunkt sieht sie einen typischen Fehler: Es wird kaum mehr investiert, Führungslücken bleiben offen, dennoch werden frühere Höchstpreise erwartet. Spätestens Covid habe gezeigt, wie wichtig Reserven, flexible Modelle und stabile Teams sind, um Krisen zu überstehen. geben.

Bitte seid in Unternehmerfamilien offen und ehrlich zueinander – und holt euch externe Begleitung, wenn das Gespräch allein nicht gelingt.“

Politik, Fachkräfte und offene Gespräche in Familienbetrieben

Zum Schluss lenkt Stephan Blahut den Blick auf die Rahmenbedingungen. Aus Sicht von Doris Nöhrer fehlt in Österreich ein ernsthaft dotierter Übernahmefonds, der Management-Buy-outs oder Mitarbeiterbeteiligungen erleichtert und verhindert, dass solide Mittelständler in ausländische Hände und damit Wissen und Standorte abwandern.

Außerdem arbeitet sie an Lösungen gegen den Fachkräftemangel. Sie bringt qualifizierte Kräfte aus Drittstaaten nach Österreich, etwa in Pflege, Technik oder Tourismus, bereitet sie sprachlich und kulturell vor und stößt dabei auf langwierige, teure Nostrifikationen, obwohl die fachlichen Unterschiede oft gering sind.

Besonders wichtig ist ihr Transparenz in Familienunternehmen. Sie schildert Fälle, in denen ältere Eigentümer einen Verkauf hinter dem Rücken der nächsten Generation planen – Szenarien, die sie klar ablehnt.

Das ganze Gespräch können Sie gleich hier nachhören:

Weiterführende Links zum Thema:

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Musik: Brennen tuats guat, Hubert von Goisern

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Der Podcast wird produziert von der Agentur Quickdraw Podcasts

Diese Podcastserie entsteht mit Unterstützung des ÖGV – Österreichischer Gewerbeverein

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