Digitaler Humanismus – warum Technologie dem Menschen dienen muss
Im Podcast „24 Tage, 24 Menschen, 24 Geschichten“ spricht Showhost Stephan Blahut mit Salome Wagner. Die Schweizerin lebt seit vielen Jahren in Wien, arbeitet seit über 20 Jahren in der IT und ist heute Wissenschaftskommunikatorin und Mitgestalterin des Manifests für digitalen Humanismus. Gemeinsam sprechen die beiden darüber, wie wir Technologie so gestalten, dass sie Menschen stärkt statt sie zu steuern.
Die gesamte Folge können Sie gleich hier anhören:
Von Cybersecurity zu digitalen Werten
Stephan Blahut zeichnet nach, wie breit Salome Wagner aufgestellt ist: Sie hat in internationalen Konzernen E-Commerce aufgebaut, Cybersecurity-Themen nach Europa gebracht und Partnerprogramme für die IT-Branche entwickelt. Heute arbeitet sie als Beraterin, Startup-Mentorin und Business Angel – immer dort, wo neue Technologien in Anwendungen übersetzt werden.
Prägend war für sie die Erkenntnis, dass Innovation nur in Netzwerken und Ökosystemen funktioniert. Darum engagiert sie sich in Vereinen und Verbänden wie dem Österreichischen Gewerbeverein, um technologische Themen gemeinsam mit Unternehmerinnen und Unternehmern weiterzudenken.
Was digitaler Humanismus meint
Ausgangspunkt für ihr Engagement war ein Gespräch mit Sabine Seidler, der damaligen Rektorin der TU Wien. Von ihr stammt der Impuls, Technologie konsequent vom Menschen her zu denken. Daraus entwickelte sich das Manifest für digitalen Humanismus, das im ÖGV gemeinsam mit Unternehmerinnen und Experten erarbeitet wurde.
Digitaler Humanismus heißt, Technik so zu gestalten, dass sie unseren humanistischen Werten wie Inklusion und Demokratie gerecht wird.“

Im Gespräch mit Stephan Blahut macht sie klar: Digitaler Humanismus ist kein philosophisches Luxusprojekt, sondern ein Handlungsrahmen für Betriebe. Unternehmen müssen sich fragen, wie sie Technologien wie KI einsetzen wollen – fair, inklusiv und nachvollziehbar.
KI, Quantencomputing und die Rolle der „Architekten“
Wenn heute über künstliche Intelligenz diskutiert wird, erlebt Salome Wagner noch viel Unsicherheit und Schlagworte. Für sie ist entscheidend, dass wir ein gemeinsames Verständnis entwickeln – und uns bewusst machen, dass Menschen die Systeme trainieren und einsetzen.
Wir sind die Architektinnen und Architekten der KI – nicht umgekehrt.“
Dieses Architekturbild überträgt sie auf Unternehmen: Es reicht nicht, Technologie zu verstehen. Führungskräfte müssen Strukturen, Prozesse und Verantwortlichkeiten so bauen, dass KI sinnvoll eingebettet ist – von Datenschutz bis Ethik.
Der nächste Technologiesprung ist für sie Quantencomputing. Europa investiert massiv in Forschung, Wien positioniert sich mit Initiativen rund um digitalen Humanismus als Vorreiter. Ziel ist, die neuen Möglichkeiten früh zu verstehen, damit sie später bewusst genutzt werden können.
Wien als Hauptstadt des digitalen Humanismus
Stephan Blahut spricht mit Salome Wagner auch über ihre neue Rolle an der TU Wien. Dort koordiniert sie ein Doktoratskolleg, in dem Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen an Projekten zum digitalen Humanismus arbeiten – mit Blick auf Anwendungen für Wirtschaft und Gesellschaft.
Wir wollen Technologien entwickeln, die sich an Menschen orientieren – nicht umgekehrt.“
Die Stadt Wien hat digitalen Humanismus in ihrer Digitalstrategie verankert und versteht sich als Hauptstadt dieses Ansatzes. Für Salome Wagner ist das ein Signal: Technikpolitik soll nicht nur von Effizienz, sondern von Werten und Lebensqualität ausgehen.
Zum Abschluss formuliert sie gegenüber Stephan Blahut einen persönlichen Wunsch: mehr Gelassenheit und einen entspannteren Umgang mit Fehlern – im Privaten wie in Organisationen.
Das ganze Gespräch können Sie gleich hier nachhören:
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Musik: Desire, Yello
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Der Podcast wird produziert von der Agentur Quickdraw Podcasts
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Diese Podcastserie entsteht mit Unterstützung des ÖGV – Österreichischer Gewerbeverein
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