Kilian Christanell

Neue Podcastfolge mit Kilian Christanell 24 Geschichten mit Sascha Ladurner

Warum Teamtage oft gut wirken und trotzdem nichts ändern

Viele Unternehmen haben sie fix im Kalender: Teamtage, Klausuren, Teambuildings.


Man fährt mit einem guten Gefühl heim. Und am Montag ist wieder alles wie vorher. In dieser Folge von „24 Geschichten“ spricht Showhost Sascha Ladurner mit Kilian Christanell darüber, warum das so oft passiert. Und was Sie konkret tun können, damit aus einem Teamtag nicht nur ein netter Termin wird, sondern echte Umsetzung entsteht.

Wenn es kein Follow-up gibt, dann wird das Ganze am Montag drauf schon im Sand vergraben.“

Kilian Christanell

Teamtag, Klausur, Teambuilding – drei Dinge, die oft vermischt werden

Ein Teil des Problems beginnt schon beim Begriff.
Viele nennen alles „Teamtag“, erwarten aber gleichzeitig Strategie, Konfliktklärung, Kulturarbeit und Spaßprogramm.

Kilian Christanell trennt das klarer:

  • Eine Klausur braucht Ziel, Struktur und Entscheidungen.
  • Ein Teamtag kann fokussierter sein, muss aber trotzdem einen konkreten Output haben.
  • Teambuilding ist gut für Beziehung und Stimmung. Es ersetzt aber keine Klärung.

Wenn diese Erwartungen nicht sauber sortiert sind, entsteht ein Tag, der für alles da sein soll. Und am Ende für nichts reicht.

Der wichtigste Teil passiert vor dem Termin

Viele Teamtage starten „holprig“, weil das Team nicht weiß, was eigentlich passieren soll.
Oder weil die Agenda irgendwo entstanden ist, aber nicht in der Gruppe.

Klare Agenda statt Bauchgefühl

Kilian bringt es nüchtern auf den Punkt: Ohne klare Agenda und ohne Einbindung geht schon am Start Energie verloren. Das ist kein Motivationsproblem. Das ist ein Setup-Problem.

Und dann sagt er einen Satz, der hängen bleibt:

Desto besser eine Klausur vorbereitet ist, desto besser läuft die Klausur bzw. die Team-Tage, weil dann ist es ein Selbstläufer.

Kilian Christanell

Einzelgespräche sind kein Luxus

Ein zentraler Baustein in seinem Ablauf sind kurze 1:1-Gespräche im Vorfeld. Nicht als „HR-Maßnahme“, sondern als Eisbrecher.

Warum das wirkt:

  • Menschen sagen im Einzelgespräch Dinge, die in der Gruppe nie kommen würden.
  • Unsicherheit sinkt. Vertrauen steigt.
  • Themen werden früh sichtbar. Und die Agenda wird besser.

So startet ein Teamtag nicht bei null, sondern mit Klarheit.

Zeit ist ein echter Faktor

Ein weiterer Klassiker: Alles wird in einen Tag gequetscht. Vormittag Inhalte. Nachmittag Teambuilding. Um 17:00 raus. Kilian beschreibt das sehr direkt: Wenn Zeit fehlt, steigt der Druck. Und unter Druck gibt es keine entspannte Offenheit. Deshalb plädiert er oft für zwei Tage (inklusive gemeinsamem Abend), weil erst dann echte Gespräche entstehen können – ohne Laptop nebenbei und ohne Tagesgeschäft im Kopf.

Screenshot Kilian Christanell 24 Geschichten Podcast mit Sascha Ladurner

Moderation heißt auch: Redezeit verteilen

Ein Teamtag wird selten besser, wenn einfach nur „alle mal sagen dürfen, was sie denken“. Es geht auch darum, Dynamiken zu steuern.

Alphatiere, stille Köpfe und neue Mitarbeitende

In fast jedem Team gibt es dominante Stimmen. Und es gibt Menschen, die viel beitragen könnten, aber kaum Raum bekommen. Kilian beschreibt, wie wichtig es ist, diese Balance aktiv zu moderieren.

Das betrifft auch neue Mitarbeitende: Wenn jemand neu ist, braucht es bewusst Bühne. Sonst bleibt die Person Beobachterin oder Beobachter.

Generationen sind kein Klischee-Problem

Im Gespräch geht es auch um unterschiedliche Prägungen und Arbeitsstile. Nicht als „Jung gegen Alt“, sondern als Frage: Wie schaffen wir Verständnis? Wie nutzen wir Unterschiede, ohne sie als Störung zu sehen?

Nach dem Teamtag beginnt die Arbeit

Der größte Killer von Teamtagen ist laut Kilian nicht der Inhalt. Es ist das fehlende Follow-up. Er sagt es sehr klar: „Wenn es kein Follow-up gibt, dann wird das Ganze am Montag drauf schon im Sand vergraben.“

Was er stattdessen empfiehlt:

  • klare To-dos: Wer macht was bis wann?
  • fixe Review-Termine außerhalb des Tagesgeschäfts
  • Verbindlichkeit: nicht nur gute Vorsätze, sondern echte Nachverfolgung

Und ja: Auch Kultur-Themen gehören dazu. Gemeinsames Mittagessen, bewusste Treffen im Büro, kurze Rituale. Nicht als Pflicht, sondern als Pflege der Zusammenarbeit.

Drei Fragen, die Sie vor dem nächsten Teamtag beantworten sollten:

  1. Was soll nach dem Teamtag messbar anders sein?
  2. Welche Themen würden im Team nie auftauchen, wenn Sie sie nicht vorher im 1:1 abholen?
  3. Wie sieht Ihr Follow-up konkret aus – Termin, Verantwortliche, Rhythmus?

Wenn Sie diese drei Fragen sauber beantworten, steigt die Chance massiv, dass der Montag nach dem Teamtag ein anderer wird.

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