Sigrid neureiter

Neue Podcastfolge 24 Geschichten mit Sigrid Neureiter

Bühnenpräsenz: Warum jede Situation eine Bühne ist und wie du sie nutzt

Wer an Bühnenpräsenz denkt, denkt zuerst an Scheinwerfer, an große Säle und an Menschen, die scheinbar mühelos vor Hunderten sprechen. Sigrid Neureiter, PR-Beraterin, Moderatorin und Autorin zweier Kriminalromane, sieht das anders: Jede Situation, in der du sprichst, ist eine Bühne, das Meeting am Dienstagnachmittag, die Rede vor den Mitarbeitenden bei der Weihnachtsfeier, die Frage, die du nach einem Vortrag aus dem Publikum heraus stellst.

Im Gespräch mit Sascha Ladurner erklärt sie, warum Bühnenpräsenz kein Talent ist, was wirklich gute Vorbereitung bedeutet und wie man sich eine Bühne schafft, auch wenn einen niemand eingeladen hat.

Reden ist ein Muskel, kein Talent

75 Prozent aller Menschen haben Angst vor öffentlichem Reden, und darunter, laut Deloitte-Studie, auch 65 Prozent der Führungskräfte. Was Sigrid daran beschäftigt, ist nicht die Zahl selbst, sondern dass kaum jemand darüber spricht. Denn wir haben uns irgendwann kollektiv darauf geeinigt, dass Reden etwas ist, das man einfach können sollte.

Reden ist genauso etwas, was man gut trainieren kann. Im Endeffekt ist es ein Muskel wie jeder andere auch, und wer ihn regelmäßig einsetzt, bekommt keinen Muskelkater.“

Sigrid Neureiter

Wer singen lernen will, holt sich Unterricht, weil alle wissen, dass Singen gelernt und geübt sein will. Beim Reden denken wir das nicht, und genau darin liegt das Problem. Redekompetenz ist trainierbar, durch Übung, durch Wiederholung und, wenn nötig, durch professionelle Begleitung.

Was auf der Bühne wirklich den Unterschied macht

80 Prozent derer, die einen Vortrag halten, bereiten ihren Inhalt vor. Nur die Hälfte übt die Auslieferung. Und genau da, sagt Sigrid, liegt der Unterschied zwischen gut und wirklich gut. Die meisten scheitern nicht am Inhalt, sondern daran, wie sie ihn präsentieren: zu viel in zu wenig Zeit, kein Mut zur Pause, Folien, die mit Text überladen sind.

Sigrids eigene Methode ist konkret: Sie spricht ihre Texte mindestens zehnmal laut vor, bevor sie auf die Bühne geht, vier Wiederholungen sind das absolute Minimum, das sie sich selbst vorschreibt. Und was dabei entsteht, ist keine Perfektion, sondern Sicherheit, die Sicherheit, auch dann weiterzumachen, wenn etwas schiefläuft.

Vorbereitung als Sicherheitsnetz

Sigrid besucht Veranstaltungsorte vorab, spricht Wochen vor einer Podiumsdiskussion mit den Gästen und checkt die Technik. Einmal hat sie das vernachlässigt, bei einer Podiumsdiskussion in Wien, bei der die Technik versagte und sie während des gesamten Gesprächs kaum ein Wort ihrer Gäste verstand.

Das Publikum hat nichts gemerkt. Und das war dann meine größte Leistung, auch wenn ich ehrlich gesagt fast Blut geschwitzt habe.“

Sigrid Neureiter
Snapshot der Neue Podcastfolge 24 Geschichten mit Sigrid Neureiter

Was sie gerettet hat, war nicht Routine und nicht Talent, sondern dass sie ihren roten Faden so gut kannte, dass sie sich auch unter Extrembedingungen daran festhalten konnte. Vorbereitung ist nicht Perfektionismus, sie ist das Sicherheitsnetz, das einen auffängt, wenn alles andere wegbricht.

Die erste Bühne ist kleiner, als du denkst

Wer glaubt, noch gar nicht auf einer Bühne zu stehen, hat vielleicht die naheliegendste übersehen: die Frage aus dem Publikum. Sigrid empfiehlt: aufstehen, den eigenen Namen laut und deutlich sagen, dann die Frage stellen. Nicht mehr, nicht weniger. Der Effekt ist unmittelbar, selbst müde Podiumsgäste schauen plötzlich auf, der Raum verändert sich, und wer in diesem Moment klar und ruhig spricht, hinterlässt einen Eindruck, der länger bleibt als die Frage selbst.

Ihr Abschlusstipp fasst es zusammen: Sag ja, wenn dich jemand fragt, ob du das Meeting eröffnest, die Begrüßung übernimmst oder auf das Podium kommst. Bühnenpräsenz entsteht nicht durch Warten auf den perfekten Moment, sondern dadurch, dass man anfängt.

Die 3 Tipps von Sigrid Neureiter

Am Ende jeder Folge 24 Geschichten gibt es drei kurze Tipps, die sofort umsetzbar sind. Sigrid Neureiters drei konkrete Empfehlungen, die jeder Unternehmer sofort angehen kann:

  1. Sing unter der Dusche. Jeden Tag!
  2. Bei der nächsten gelegenheit steh auf und stelle eine Frage. laut und deutlich mit deinem Namen.
  3. Sag „JA!“ wenn jemand fragt ob du ein Meeting eröffnen möchtest oder eine Begrüßung sprechen sollst.

Zur Person

Sigrid Neureiter ist PR-Beraterin, Moderatorin und Autorin mit Sitz in Wien. Sie begleitet Unternehmen, Organisationen und Initiativen dabei, sichtbar, relevant und merkbar zu werden, und moderiert Podiumsdiskussionen, Branchen-Talks und Firmenevents. Dass sie dabei auch schon mit einer Kuhglocke auf die Bühne gegangen ist, passt zu ihrer Überzeugung: Ein starker erster Eindruck entscheidet in den ersten 27 Sekunden. Neben ihrer Arbeit als PR-Beraterin und Moderatorin hat sie zwei Kriminalromane veröffentlicht, deren Ermittlerin natürlich PR-Beraterin ist.

Website: www.neureiter.at

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/sigrid-neureiter-258a89186

Wiener Werbeschmäh #3: Wie provokant darf Werbung sein?
https://www.leadersnet.at/leadersnet-tv/8002,wiener-werberinnen-talkten-wieder-ueber-den-wiener.html

50 Jahre VKKJ – Sigrid Neureiter im Gespräch mit dem Mitbegründer Dr. Christoph Lesigang:
https://www.youtube.com/watch?v=Cr2revpwuaM

Bücher und Lesungstermine: https://www.sigrid-neureiter.com/

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